Wieviel Deiner Persönlichkeit eine Persönlichkeitsanalyse tatsächlich erfassen kann und wie Du diese letzte Hürde zum Traumjob erfolgreich meisterst

In Bewerbungsprozessen werden zusätzlich zu den typischen Vorstellungsgesprächen auch immer Persönlicheitsanalysen zur Auswahl von Bewerber auf Führungspositionen eingesetzt.
Sowohl bei externen als auch internen Bewerbern. Viele Kandidaten wissen nicht genau, was da auf sie zukommt und wie so eine Persönlichkeitsanalyse funktioniert. Fragen wie diese beantwortet Andreas Mehl, Director Partner Management bei SCHEELEN® AG, einem Institut für Managementberatung und Diagnostik in unserem Interview.

Das Ziel einer Persönlichkeitsanalyse ist, den „richtigen Menschen an der richtigen Position einzusetzen“ und natürlich Fehlentscheidungen vermeiden. Gerade wenn es um die Besetzung von Führungspositionen geht, können solche Fehlbesetzungen mehrere zehntausend Euro verursachen. Besonders wenn die Persönlichkeitsanalyse die letzte Hürde im Auswahlprozess zum Traumjob darstellt, haben viele Bewerber etliche Fragen rund um den Einsatz von Diagnostiktools, die im Volksmund auch „Tests“ genannt werden.

1. Inwieweit kann eine Persönlichkeitsanalyse die Persönlichkeit eines Arbeitnehmers wirklich erfassen?

Die Persönlichkeitsanalyse kann einen Bewerber nicht komplett aufschlüsseln und kann kein Interview ersetzen. Durch dieses Diagnostik-Tool kann nicht die allumfassende Entscheidung für die Auswahl getroffen werden. Sie ist aber ein sehr hilfreicher Indikator, um die individuellen Facetten eines Bewerbers kennenzulernen. Prozentual gesehen gibt die Persönlichkeitsanalyse 30 bis 40 Prozent des Gesamtbildes preis.

2. Gibt es auch einen Nutzen für den Kandidaten?

Ob neben dem Unternehmen auch der Kandidat einen Nutzen aus dieser Personaldiagnostik ziehen kann, ist abhängig von der Konzeption und dem Anbieter der Analyse. Allerdings kann sich der Kandidat immer durch seine Stärken und sein wahres „Ich“ profilieren. Von Vorteil für den Kandidaten ist natürlich, dass er für keinen Job eingesetzt werden wird, der seinem Wesen und den Grundzügen seiner Persönlichkeit nicht entspricht.

3. Was kann man als Kandidat falsch machen?

Ganz wichtig ist, die Anweisungen sowie Fragen und Antworten richtig zu Lesen. Was sich bisher niemals als erfolgreich gezeigt hat, ist das „Zurückschalten“, um die Fragen nochmal zu überdenken und die Antworten zu ändern. Am besten beantwortet man die Fragen immer frei aus dem Bauch heraus. Die erste Entscheidung ist meistens die Beste, nachträgliche Änderungen wirken nie authentisch.

4. Was war für Dich bei der Auswertung einer Analyse eine große Herausforderung? Wie bist Du damit umgegangen?

Ein Bewerber wurde von keinem Recruiter so wahrgenommen wie in der Analyse, das Ergebnis war ein völlig anderes. Durch Zufall hatte sich herausgestellt, dass der Kandidat die Analyse von seiner Assistentin hat ausfüllen lassen, da diese ihn vermeintlich so gut kennt. Daher mein Appell an alle Bewerber: „Bitte beantwortet eure Analyse immer selber!“

5. Gab es eine positive Überraschung, die Du bei einem Bewerbungsprozess mit einer Persönlichkeitsanalyse in den vergangenen Monaten erlebt hast? Falls ja, weshalb?

Ja es gab einen Fall. In einem Auswahlprozess gab es Gespräche mit mehreren Recruitern die sehr positiv verlaufen sind und alle waren sich einig, den richtigen Kandidaten gefunden zu haben. Allerdings riet das Ergebnis einer Kompetenzanalyse von einer Zusammenarbeit ab, da nicht erlernbare Kompetenzen nicht bestätigt wurden. In anschließenden Gesprächen mit dem Kandidaten hat sich verfestigt, dass das Ergebnis der Kompetenzanalyse korrekt ist, woraufhin sich unser Auftraggeber im Austausch mit dem Bewerber, gegen den Kandidaten entscheiden hat. Sechs Monate später erhielten wir Rückmeldung von beiden Seiten, Bewerber und Auftraggeber, dass dies die richtige Entscheidung gewesen war.

6. Welche drei Tipps möchtest Du unseren Hörern mitgeben?

Es ist immer schwierig sich auf drei Punkte festzulegen. Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass das Wichtigste ist, authentisch zu sein. Das kann ich gerne drei Mal sagen: „Sei authentisch, sei du selbst!“

Das komplette Interview kannst Du hier anhören oder anschauen:

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